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Noch ein Buch einer Bachmannpreis-Teilnehmerin: Katerina Poladjan (2015)

Armenien, ein Land, das ein Denkmal für sein 39 Buchstaben füllendes Alphabet hat, schätzt Bücher. Helen, Buchrestauratorin aus Deutschland geht für einige Wochen nach Armenien. Sie lernt die armenische Art Bücher zu binden. Ein altes Heilevangeliar wird ihr zur Instandsetzung anvertraut. Sie findet Notizen und Ortsangaben darin, möchte mehr über das Schicksal der Bibel und ihrer Besitzer erfahren.

„Die armenischen Familienbibeln mussten so klein sein, damit man sie jederzeit unter dem Arm klemmen konnte. Und das haben die Menschen getan. Manche ließen eher das eigene Kind zurück als ihre Bibel. Immer war man auf unsichere Zeiten eingestellt, immer bereit zu fliehen.“

Völlig auf sich alleingestellt mussten auch die Kinder Hrant und Anahid fliehen. Sie bilden die Hauptpersonen der zweiten Erzählebene um das Jahr 1915.

Das Forschen bringt Helen auch zu ihren eigenen armenischen Wurzeln. Ihre Gefühle sind ambivalent. Katerina Poladjan zeichnet sie vielschichtig, eher leise, bedacht. Im letzten Viertel des Buches reist Helen auf die andere Seite des Ararats. Geschichtliche Hintergründe und Vertreibungen, aufgestapelte, spröde alte Knochen unter Steinhügeln und dahinbrodelnde Kämpfe zeigen ihr eine bittere Geschichte bei der nie die Gastfreundschaft verloren ging. Armenien, ein Land, das ich bisher fast gar nicht kannte.

Sehr interessante Lektüre!

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