Buchblog Rezension Fanny oder das weiße Land Hanser blau Sibirien erster Weltkrieg Flucht Gefangenschaft Wien Christine Neureiter-Schclack glesnundgschriem glesn und gschriem

Liebe, die keine Grenzen kennt

Der harte Weg aus der ostsibirischen Nachkriegs-Hölle

1910 verliebt sich Karl Hals über Kopf in das aufgeweckte und emanzipierte Wiener Madl Fanny. 1914 muss er in den Krieg ziehen, weg von seiner innig geliebten Fanny und dem kleinen Sohn Max. Fürs Heiraten hat das Geld nicht gereicht.

Schnell gerät Karl in Gefangenschaft. Erst im März 1918 wagt er mit fünf weiteren Österreichern die Flucht, bevor Sibirien wieder im Sumpf und Morast versinkt. Es ensteht eine Freundschaft, die alles erträgt. Die Männer haben nur mehr ein paar Stifte, ein Schnitzmesser, eine Oboe mit kaputtem Rohrblatt und unendlich Hunger. Karl hat auch noch Fannys Briefe aus der Heimat. Ihre Worte sind sein einziger Halt.

Karl ist findig. Mit nichts und ein paar Holzstöckchen oder einem Kohlestift rettet er immer wieder die Gruppe. Wie genau? Das würde zu viel verraten. Mehrmals werden sie erneut verhaftet. In den Gefängnissen sind Bedingungen, die man dem ärgsten Feind nicht wünscht. Der russischen Bevölkerung geht es aber ebenso schlecht. So schlecht, dass diese in die Gefängnisse betteln kommt. Im März 1921 sind die Männer noch immer nicht zu Hause. Werden sie es je schaffen?

Der Roman ist geleitet von tiefster Verbundenheit, menschlicher Grausamkeit und Hilfsbereitschaft unter Lebensgefahr. Fanny oder das weiße Land ist so spannend geschrieben, dass ich nachts stundenlang weiter und weiter lesen musste.

Eine große Leseempfehlung für dieses Buch von Beatrix Kramlovsky, die u.a. auf Aufzeichnungen eines ehemaligen k.&k.-Offiziers zurückgreifen konnte.

Herzlichen Dank an Hanserblau fürs Buch!

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