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Noah – von einem der überlebte, neuer Roman von Takis Würger

Große Empfehlung! Heute erscheint das neue Buch von Takis Würger. Den Skandalroman Stella ließ ich aus, aber Noah möchte ich euch allen ganz nah ans Herz legen!

Frühling 2018 in Tel Aviv:

„Ein alter Mann sitzt unter einem Kumquatbaum und erzählt seine Geschichte.“

Dieser Mann ist Noah Klieger. Er berichtet, wie er mehrere KZs und Todesmärsche überleben konnte. Takis Würger schrieb die Oral History auf.

Noahs Eltern wünschten sich einen jüdischen Staat und waren stolz, Juden zu sein. Der Vater arbeitete im belgischen Widerstand. Mit 13 schloss sich Noah einer jüdischen Untergrundorganisation an. Noah schmuggelte jüdische Kinder über die französisch-belgische Grenze damit sie in die Schweiz gelangen konnten. Er hatte ein perfektes Gedächtnis und konnte mehrere Sprachen und Dialekte. Nach einem Jahr fanden sich keine weiteren Kinder mehr, so beschloss er, selbst zu fliehen. Der Plan wurde verraten, er festgenommen und kam nach Ausschwitz. 24 Stunden standen sie ausgezogen im Freien, die die noch nicht erfroren waren, wurden gefragt, wer Boxer sei. Noahs Hand schnellte nach oben. Er hatte noch nie geboxt, konnte täuschen, kam zunächst ins Boxteam. Doch auch Noah wurde immer schwächer. Das unvorstellbare Leben in einem KZ, wie sehr er um sein Leben kämpfte schildert Würger so unglaublich fesselnd, unausgeschmückt, reduziert. Ich konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Besonders berührend: Im Viehwaggon sprechen sie das Kaddisch für einen verstorbenen Vater. Wann er verstorben sei? „Vor kurzem, wir sitzen auf ihm.“

Noah überlebte. 1947 ist Noah auf dem Schiff „Exodus 47“, gemeinsam mit 4500 weiteren Displaced Persons. Ist er in einen neuen Krieg geraten? Historische Momente und Noah mittendrinnen!

Im Überlebenskampf blieb Noah stets ein Aktiver, selbst gegenüber Josef Mengele, KZ-Arzt, der später nie zur Rechenschaft gezogen werden konnte.

Noah erzählte oft in Schulen. Nun können nur mehr Bücher berichten. Solche würden mehr fruchten als manche klassische Pflichtlektüre.

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